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Israels Vorgehen gegen Gaza-Solidaritätsflotte schürt Antisemitismus in Deutschland

09.06.2010

Nachdem vor einiger Zeit sechs Boote der Gaza-Solidaritätsflotte von Israels Marine im Mittelmeer angegriffen wurden, und dabei neun türkische Aktivisten um Leben gekommen sind, wird vor einer Antisemitismuswelle im türkischen Land gewarnt. Doch nicht nur in der Türkei besteht die Gefahr, dass durch aktuelle Diskussionen die Judenfeindlichkeit angeheizt wird. In Deutschland kommen vor allem in islamisch-nationalen Medien wütende Deutschtürken zu Wort. Es ist die Rede vom Israel-Massaker. Bei Demonstrationen in Berlin beispielsweise werden von Türken und Palästinaanhängern judenfeindliche und antiisraelische Parolen geschrieen. Der Antisemitismus ist unter Türken kein wirklich neues Problem, allerdings sind inzwischen judenfeindliche Äußerungen auch in intellektuellen Kreisen zu hören.

Jüdisches Forum gegen Antisemitismus meldet sich zu Wort

Der Vorsitzende des jüdischen Forums gegen Antisemitismus in Deutschland ist schockiert über den zurzeit offenen Judenhass speziell in Berlin. Eskalieren Konflikte im Nahen Osten, wird das in Berlin besonders deutlich. Von Einwanderern ebenso wie von rechtsextremen Deutschen haben sich auf Internetseiten eindeutig geäußerte Mordfantasien vervielfacht. Beunruhigend ist die Tatsache, dass es sich hierbei um größere Gruppen innerhalb der Bevölkerung handelt, die sich entsprechend äußern und auch so denken.

Warnung vor Pauschalisierung

Auf die türkische Bevölkerung hierzulande bleibt die emotional hochkochende Berichterstattung sicher nicht wirkungslos. Allerdings wird vor Pauschalurteilen gewarnt. Mit antisemitistischen Parolen steigt auch die Zahl der türkischen Mitmenschen, die sich dagegen wehren.